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Szenen

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Epilog

Auf den Straßen h errsc hte kaum Verk ehr und die Temper atur en wa ren trot z der späten Stunde überras chend mild, denn och bekam Dirk den Ko pf nicht frei. Er legte sic h tief in die Kurve. Als die Maschine sich w ieder au frichtete, akzeptierte e r endgültig, d ass ihm eine nächtlich e Tour mit dem Motorrad dieses Mal nicht helfen würde. Vielleicht h ätte er doch zusammen mit Joss die Flasche Single Malt leeren sollen. Er wend ete und fuhr in d ie Stadt zurück, bo g an d er K r euzung, die zu s einem Haus führ te , jedoch nicht ab, son dern legte stattdessen den n ächsten kn app en Kilometer in Höchstg eschwindi gkeit zurück, ohne auch nur einen Gedank en an das g e ltende Tempolimit zu verschwenden. Als er das Motorrad vor dem Haus abstellte, wurde er u nsicher. Es brannte kein Licht, vielleicht ha tte er sich geir rt, als er bei Mark die gleich en Gefühle erk annt zu haben glaubte, die in ih m tobten. Er ließ seinen Helm und die H andschu he auf d er Sitzbank liegen und ging um das Haus herum. Die a n der Rasenkante verte ilten Solarleuchten spendeten genug Li cht, dass er e rkennen konnt e, d ass jemand auf d er Te rra sse saß. „Ich h abe dich s chon e r wartet. Irg endwie wusste ich, dass du heute noch hier auft auchst. Hier.“ Dirk fin g die Dose Cola auf, die Mark ihm zuwar f und s etzte sich au f ein e n der Holzstühle. „Wi llst du l ieber alleine sein?“ „Nein. Im Geg enteil.“ „Wie geht es Laur a?“ „Gut, solange sie niemand das fragt sie schläft ausnahmsweise, anscheinend hat sie die letzten Nächte kaum ges chlafen. „Ich muss wohl nicht fr agen, warum du nicht schl äfst.“ Mark antwo rtete nicht, nickte nur. B eide s chwi eg en g eraume Zeit, aber sie kannt en sich gut genug, um sich desh a lb nicht unbehaglich zu fühlen. Schließlich war es Mark, der zu reden begann. „Wahrscheinlich bist mir geg enüber im Vorteil.“ „Wie meinst du das ?“ „Ich sehe dir zwar an, dass eine hart e Zeit hinter dir liegt, hab e jedo ch kei ne Ahnun g, was eig entlich passiert ist. Ab er ich wette, du h ast aus Joss Einiges her ausbeko mmen, oder?“ „Alles. Anscheinend musste er die g anze G eschi chte loswe rden, zum Glück e rst als Alex schon im Bett war. „Ich hoffe, du bist nicht wieder auf ihn los gegan g en. Das an der Gan gw ay war ja wohl kein Zuf all.“ „Nein, natürlich nicht, da gin g es um die Art und Weise, wie er sich erst Pat und dann dich ges chnappt hat. Das hi er w ar w as Ande res, e s war d eine Entsch eidung, d en Zusatzjob anzunehmen. Ich war so ga r beeindru ckt von sein em Verhalten, auch w en n ich ihm das nicht ges agt habe. Alle rdin gs macht er sich noch Vor würfe, d ass er dich auf Fashid an ges etzt hat. Und ich möchte morgen nicht mit ihm tauschen. Er wird bestimmt mörderische Kopfschmerzen h aben.“ „Ich denke, du hast ihn in Ruhe g elassen.“ „Habe ich ja auch, aber er hat die Flasche Whisky praktisch allein e g ele ert, und die war noch halbvoll Ich habe ihn gerade noch auf die Couch i m Arbeitszimmer verfrachten können.“ Dirk an gelte m it dem Fuß nach einem zweiten Stuhl, auf dem er dann sein e Füß e ablegte. „Ich ve rmute, wi r haben es hi er bequ emer .“ Mark leichte leise und griff zu seiner Cola. „Selbst schuld.“ „Und? Wie geht es dir wirklich?“ Als Mark zög er te, setzte Dirk sofort n ac h. „Es ist keine der Frau en in de r N ähe, also sei gef älligst e hrlich . Du siehst völlig ferti g a us und ich weiß ja jetzt, wie verdammt knapp es war. „Es geht schon, jed enf a lls solange ich mich nicht anstren ge. Die Kop f schmerzen sind auszuhalten.“ „Und sonst?“ Mark schwi eg so lan g e, dass Dirk ni cht mehr mit einer Antwort rech nete. Ve rdammt, musste sein Freund immer alles mit sich selb st aus machen? Mark w ar auch für ihn da ge wesen, als er ihn geb ra ucht hatte. Schließlich sprach Mark doch noch: „Die Vorst ellung, d ass Dani el fast drauf g egan ge n wäre, ist nicht besonde rs schön.“ Darum gin g es Ma rk al so. „Das war nicht deine Schuld, sondern Pech. Auch wenn es bescheue rt klingt, das is t sein Job und darin ist er gut, sog ar sehr gut. Also hör auf, dir deswegen Vorwür fe zu machen. Du h ast ohne zu zögern dein Le ben riskie rt, um ihn zu retten. Es war einfach Pec h, e in unglückliches Zusam mentreff en verschied ene r Umstände. Was hättest du noch tun sollen?“ „Es hätte nie soweit kommen dürfen. Entschieden unterb ra ch Dirk ihn, er wusste, das Mark ni emals sofo rt seinen Ir rtum einsehen rde, aber vie lleicht dachte er sp äter ü ber seine Worte na ch un d hörte au f, sich mit unge recht ferti gten Selbs tvorwürfen zu quälen. „Hör auf . Du und dein überstei gert es Verantwo rtungs b ewusstsein. Außerdem h ast du nicht aufgegeb en, obwo hl sie dich in der Mang el hatten und du ei g entlich nichts mehr tun konntest.“ „Du bist ja wirklich umfassend informiert.“ „Tja, Augenzeugenbericht sozusa gen. Mir hat vor einiger Zeit mal jemand, dessen Meinung ich sehr schätze, g esagt, dass es darau f ankommt, dass man nicht aufg egeben h at. Dann kann man mit sich selbst zufrieden sein und die Sache abh aken. Mark nickte, als Dirk die Worte wiederholte, die er ihm nach seiner eigenen Entführun g durch die Al-K aida ges agt hatte. „Siehst du. Damit bleiben nur noch zwei Fr agen o ffen.“ Nach seiner bewusst ar rog anten Feststellung h örte Dirk wieder das L achen in Marks Stimme: „Und die wären?“ Nur leider war ihm nicht nach Lachen zu Mute, den Kopf in den Nacken gelegt blickte er zu dem nachtschw arzen Himmel, auf d em die Sterne wie v erstreut e Di amanten funk elten. „Wie lange werden wir noch das Glück h aben, ihn en in letzter Minute zu entkommen?“ „Da wir die Guten sind, ist es nur fair, wenn es so bleibt.“ Dirk konnte nichts gegen die Sorge tun, die ihn fest im Griff hatte. „Ich hoffe, du hast Recht.“ Es war dies es Mal einfach zu knapp für Sven und ihn gewes en, trotzdem bemühte er sich das s chlechte Ge f ühl abzuschütteln, und sprach schn ell weite r, um Mark keine Gelegenheit zum Nachfr ag en zu g eben. „Gut, dan n die nächste Frag e: Mac hst du weiter?“ Mark antwo rtete zunäch st nicht und nei gte dan n den Kopf zur Seite. „Sicher.“ Wiede r breitete sich Schw ei gen zwischen den Männ er n aus. Schließlich zuckte Mark mit den Schultern. „Ich geb e abe r zu, es war ohne Laura und die Kinder einfach er und ich hätte ohne sie nie darüber nachg ed acht, überh aupt aufzuhören. Trotzdem ich bin und bleibe ein SEAL. Auß erdem wird die nächsten vie r bis se chs Wochen nichts pass ieren. Ve rdammt, Daniel und ich können froh sein, wenn wir in zwei Wochen wi eder mit leichtem Tr ainin g anfan gen kön nen.“ Mark r eckte sich und s etzte sich aufr echte r hin. D irk ahnte, was jetzt kommen würde. „Wie wurde Sven angeschossen? Und jetzt komm mir nicht mit dem Blödsi nn von der schief gel aufen en Festnahme. E s hätte nur noch ge fehlt, dass ihr den F rauen was von einem Unfall beim Reinigen sein er Wa ffe e rzählt hättet.“ Darübe r hatten sie soga r kurzfristig nachgeda cht Damit war das Thema SEALs dann wohl beendet. „Sie haben uns in der Kaserne e rw ischt und ihr Boss wollte einem von uns klar machen, dass sie es ernst meinen. Sie haben einfach so …“ Diesmal unterbrach Dirk sich und musste sich zusammen reißen, um die Dose nich t in der Hand zu zerque tschen. „Egal, wir haben Glück g ehabt. And i, Mike und ihr Team wa ren zur Stelle, als wir sie geb raucht h aben.“ „Und wo g enau war en Andi und Mike?“ Obwohl er Ma rks Gesichtszüg e nicht e rkennen konnte, hörte er ihm das Misstrauen an. Soviel zu seinem Versuch, das Thema herunterzuspielen. „Ein paar Meter unter un s. In d er Ostse e.“ „Willst du damit sagen, sie Sven erst eine Kugel verpasst und eu ch dann in s Wasser …?“ „Na komm, so schlimm war es nicht. Sven g eht es wiede r gut und mir f eh lt nur ein weni g Schlaf.“ „Ja sicher doch, so siehst du auch aus.“ „Na gut, vielleicht noch ein paar Aspirin die n äch sten Tage, ab er sonst …“ „Für dich gilt dasselbe wie für mich. Siehst du Alex hier irgendwo? Also sei gef älligst ehrlich. Es kostet mich nur einen Anruf bei An di oder B rownie und ic h erfa hre alles, was mich interessiert.“ Dirk wusste, wann er ve rloren hatte und nickt e langs am. „Also gut, ab er dann von vorn e …“ Mark wachte auf, als s ich leise Schritte näh er ten und jemand etwas auf dem Tisc h abstellte. Der aromatisch e Duft von frischem Kaf fee stieg in seine Nase, sofort entspannte er sich, wusste wieder, wo er war. „So einen Guten-Morg en-Gruß lass e ich mir gef allen.“ Ohne die Augen zu öffnen, streckte er die Hand aus und zog Laur a an sich. „Wie geht es euch?“ „Gut. Hör endlich auf zu fragen. Wieso habt ihr hier drauß en geschl afen? Wie geht es dir?“ „Weil im Bett kaum noc h Platz neben dir w ar. Di e Stühle sind wirklich be quem. Und w enn ich dich nicht fragen soll, hör auch au f, mich zu fr ag en. Mir geht es gut.“ Ein leichter Boxhieb traf ihn in der Seite. „Hey, w ofür wa r das?“ „Wegen der Anspielun g auf meine Br eite. Als ob du unschuldi g d aran wärst. Du siehst immer noch reichlich fert ig aus.“ „Ach was, das täuscht.“ Mark zog Laura auf seinen Schoß und stöhnt gespielt auf . „Verdammt, ich muss mehr trainieren, wenn du ni cht bald an Ge wicht verli erst.“ Während Laura diesmal auf einen Kommentar v e rzichtete und sich an ihn kuschelte, hörte Mark, wie Dirk leise ging. Weni g später wurde v or dem Haus ein Motor ra d gesta rtet. Lauras Kop f fuhr ho ch. „Ic h wollte nicht …“ „Lass ihn, ich hätte das gleich e get an, wah rschei nlich steht irg endwo vor der H austür jetzt ein leerer Ka ffe ebe cher. “ Mark beugte sich vo r un d küsste seine Fr au. Zunächst schmiegte sich Lau ra an ihn, aber d an n schob sie ihn energis ch zurück. „Ist wirklich alles klar bei dir? Ich weiß, d ass du mir Einiges v erschw ei gst. H at es dir geholf en, mit Dirk zu reden?“ Kopfschüttelnd strich er über ihr e zerzausten Loc ken. „Mach di r kein e So rg en. Ic h d enke, uns beiden hat das G espr äch heute Nacht gut get a n. Was Anderes ist viel wichtige r.“ „Und was könnte das sein ?“ „Wie lange schlafen die Kinder noch?“ „Wieso interessiert dich das?“ „Deshalb.“ Er zog sie eng an sich und ließ eine H and zärtlich über ihren R ücken gleiten. „Ziemlich unfair es Ablen kungsmanöv er, Captain.“ „Ist das eine Bes chwe rde ?“ „Nur wenn du nicht sofort weiter machst. Irg endwi e wird dein Sohn immer schwer er …“ „Oder Tochte r Mit einem leis en La chen e rfüllte er ihren Wunsch und genoss das Gefühl ihre r Näh e. Kurz kam ihm der Ged anke, dass es keine achtundv ierzig Stunden her war, wo er siche r g ewe sen war, sie nie wieder zu sehen. Als er unter seiner Hand die Bewegung seines un ge borenen Kindes spürte, presste er fest die Aug en zusammen, verdrän gt e dann jeden Gedanken an die letzte n Tage und v ergrub sei n Gesicht in ihren Haar en, wäh rend er ihr zärtlich den Rücken m assierte. Dirk ignori erte d as Klopf en. Wer auch imme r für den Lärm ve rantwo rtlich war, spielte mit seinem Leben. Er war noch lange nicht bereit, die Augen zu öffnen, gesch wei ge denn aufzustehen. Gähnend drehte er sich auf die Seite. Er war bereits fast wieder ein ges chlaf en, als jemand seine Schulter berührte und s einen N a men mit deutlichem ame rikanischem Akzent aussprach. Erschrocken fuhr er ho ch und hätte b einahe in stinktiv zugeschlag en, a ls er im letzten Moment Joss erkannte. „ Shit. Bist du verrückt, dich so anzuschleichen?“ „Anschleichen kann man das wohl kaum n enne n. Ich h abe f ast die Tür eing eschlag en, beim Versuch, dich wach zu bekommen.“ Dirk gähnte und grif f n ach seine r Armbanduh r. Kurz nach elf Uh r. „Also gut. Was ist los?“, fuhr er Joss wesentlich schärfer als be absich tigt an. „Schläfst du immer solange? Netten Job hast du, wo das geht“, gab der Amerikaner ironisch zurück. „Sehr witzig. Nachdem ich mich nächtelan g im Einsatz oder Krankenhaus herumg etriebe n habe, ist es jawohl in Or dnung, wenn i ch kürzer t rete. Oder muss ich mic h jetzt bei dir d afür rechtf ertig en?“ „Vielleicht hättest du die Nacht geste rn nicht bei Mark verb ring en sollen …“ Dirk hatte w eder Probl eme, den bitter en Unte r ton herauszuhören, no c h dessen Miene richtig zu interpretieren. Er hatte bereits vermu tet, dass Joss ein Problem mit ihm oder wahrsch einlich ehe r mit seiner Freunds chaft zu Mark hatte. „Hast du mi ch gew eckt, w eil du mit mir über deinen Bru der red en willst? Dann bist du entweder ve rdam mt mutig oder völlig geisteskr ank.“ „Ich dachte, deine Meinung steht ber eits fest ? Nein, deine Fr au ist am Tele fon und möchte unbedingt mit dir red en. Aber du hast insoweit R echt, dass es irg endwas bei Mark los ist und sie anscheinend k eine Lu st hat, mir zu verraten, w o das Problem ist.“ Dirk nahm von Joss das schnurlose Tel efon entg egen und hörte Alex zu. Es dauerte, bis er den Sinn ihrer wilden Andeutung en begriff. D an n war er hellwa ch. Verd ammt, er war doch erst vor vier Stunden dort wegg efah ren und jetzt „Nein, du musst nicht deutlicher werd en, ich habe endlich v erstand en, was los ist. Was ist mit Stephan …“ Dirk lachte b ei Alex’ An twort leise. „OK, ich zie he die Frag e zurück. We nn Shara dort ist, ist er es n atürlich au ch. I ch kümmere mich um all es.“ Dirk war f Joss einen bewusst boshaft en Blick zu. „Keine Ahnung, ob wir das KSK oder die SEALs br auche n, ich lass mir was einfallen.“ Wie beabsichti gt riss Joss den Kop f ho ch un d gab g ar nicht e rst v or, dass er nicht aufmerksam zugehört h atte. Dirk hörte noch Alex‘ Lachen, d ann trennt e er die V erbindun g un d musterte Joss nachdenklich. Wenn er daran da chte, dass Shar a mit Stephan beschäftigt war und Mark mit Laura, d ann konnte er si c h unge fähr vo rstellen, wi e verlor en Joss sich vorkam. „OK, Anwalt, hie r ist mein Vorschlag: Ich du sche und du kümmerst dich um einen vernünfti gen Kaf fee. Da nn können wir miteinan der r eden. “ Dirk wa rtete keine Antwort ab, sondern ging gähnend in s Badezimmer. Zufrieden blickte Dirk w enig sp äter auf d en ge füllten Kaf feeb ech er, d er auf ihn wartet e. Er nahm ihn mit in sein Arbeitszimmer, wo Joss an Dirks Notebook E-Mails beantwortete. Joss ging sofort wieder in Verteidigungsstellung. „Willst du mich jetzt erschießen, weil ich an deinen Computer geg ang en bin? Bei meinem ist der Akku lee r, der lädt ge rade. Gelassen erwid erte Dirk den wütenden Blick. „Sehe ich aus, als ob ich b ewaf fnet w är e? Als ich g esagt hab e, da ss du dir nehmen k annst, was du br auchst, hab e ich das auch s o gem eint.“ Deutliche Ve rlegenh eit zeichnete sich auf dem Gesicht des DE A-Age nten ab. „Sorry . Wahrscheinlich sollte ich eher …“ „Dich bei mir bedanken ? Gute Id ee, du schl äfst in unserem Haus, tr ägst teilweise meine Klamotten und benutzt meinen Computer. Was erwartest du eig entlich noc h? Willst du hier in Selbstmitleid baden, weil Mark sich nach der höllischen Z eit um seine Frau und seine Kinder kümmert? Und Shara heilfroh ist, dass St ephan noch lebt und sie nach seinem Undercov ereinsatz jetzt e ndlich ung ehindert zusammen sein können?“ Dir k gähnte ern eut und war zufrieden, als Joss Wangen sich deutlich rot färbten. „Bist du mit d em Notebook klar gekommen? Ich habe einige Pro gr amme drau f, für die du eine and ere Be rec htigun g brau chst.“ „Nein. Danke, es funktionierte alles. Ich kann mich übe r jeden Webbrows er bei der DE A einloggen. Joss blickte einen Augenblick auf de n Monitor, ehe s eine M undwinkel sich zu einem gezwun genen cheln verzo gen. „So, wi e du das eben d argestel lt hast, klang m ein Verhalten ziemlich kindisch. Ich h abe k eine Ahnung, was ich hier erwa rtet hab e, ab er bestimmt nicht diese undurchdrin gliche Phalanx von Freund en.“ Das klang ehrlich, aber auch frustri ert und Dirk wusste erst nicht, was er sag en sollte. I n ge wisser Weise konnte er Joss verstehen, trotzdem war da noch di ese dämliche Art, wie er den Kontakt zu Ma rk un d Pat g esucht h atte. All zu leicht wollte e r es ihm auch nicht m achen. „Kindisch passt schon. Ist ja auch nicht das e rste Mal, dass du dich so be nimmst.“ Ehe Joss erneut wütend aufbegehr en konnte, hob Dirk beschwichtig end die Hand. „Aber du bist jetzt hier und Mark hatte scho n seine Gründe, w arum e r dich mitgenommen hat. Und ich hätte dir kaum unser G ästezimmer an geboten, wenn ich di ch loswerd en wollte. De ine Rettungsaktion war nicht schlecht, anso nsten gib uns Z eit, dich kennen zu lernen. I m G eg ensatz zu Marks häufig undurchdrin glich er Miene konnte Dirk Joss seine Verleg enheit mühelos ansehen. Seufzend entschloss er sich zu einer weiteren Erklärung. „Alex hat dir deshalb nicht gesagt, was los ist, w eil sie nich t offen red en konnte. Du hättest au ch kaum verst anden, w as es mit dem Toaster auf sich h atte, den sie unbedin gt von innen putzen wollte.“ Dirk lachte zufrieden, als Joss ihn verständnislos anblickte. E r deut ete auf dess en Jeans und gri nste breit. „Ich habe oben ein pa ar T arnhos en , die sind bei unse rem b evorstehend en Einsatz besser g eei gnet, aber zieh dich warm an, ich h abe schon mit Pat g espro chen, der ist au ch dab ei.“ Joss Miene hellte sich au f, als er begrif f, dass Dir k nicht vorh atte, ihn aus zuschließen. Als er das Arbeitszimmer ver ließ, sah Dirk ihm na chd enklich hinterhe r. Obwo hl Stephan und Joss völlig unterschiedlich e Typen war en, hatte Di r k für einen ku rzen Aug enblick die gleiche Zurü ckhaltun g und Eins amkeit hinter der trotzig en F assade b ei dem DE A-Agenten erk annt, die vor gar nicht allzu lange r Zeit typisch für Ste phan war. Das passte zu dem Grund, wa rum Joss zur DEA gegangen war und seitdem pr aktisc h zwei Leb en führt e. Ged ankenverlo ren grif f Dirk zu einem Foto, das ihn und Sven schlammverschmiert mitten bei e inem gem einsamen Training zeigt. Er würde Marks Bruder weni gs tens eine Chance g eben - niederschlagen konnte er ihn immer noch. Verständnislos blickte Joss auf die Motorsäge, die Dirk im Kofferrau m seines BMW verstaute. „Ich hoffe, die brauchst du nicht für mich. Ansonsten warte bitte, bis ich meine eig ene Waff e geholt hab e. Ich glaub e, es wird Z ei t, dass du mir erklärst, w as hier los ist.“ „Eigentlich gef ällt es mi r, dich auf di e Folter zu spannen.“ Als Joss em pört Luft holte, zwinkerte er ihm zu. „Steig ein, ich erkläre dir alles unterwegs.“ Joss hatte sich kaum in den Beifah rersitz fallen l assen, als er seine Auge nbraue hochzog. „Ich warte. Nachdenklich ruhte Dir ks Blick einen Augenb lick auf Joss Gesicht. „Eben war die Ähnlichkeit mit dir und Mark unverkennb ar.“ Dirk lächelte boshaft. „Allerdings hat dein Brude r ber eits begriff en, dass ich wede r B ef ehle n och Drohun gen m ag.“ Dirk ließ sich bewusst Zeit, e rst als Joss kurz vorm Platzen zu sein schien, bekam e r Mitleid mit ihm. „Alex hatte es sich in den Kopf gesetzt, den Toaster v on innen sauber zu putzen, direkt nachd em vorher d as T elefon ausei nander genommen h atte, um die T asten zu reinigen. Vier Stunden sp äter wa r Tim auf d er Welt.“ Joss wirkte immer noch ratlos. „Was hat Alex mit …“ D ann unte rbra ch er sich und s chlug sich mit der flachen Han d vor die Stirn. „Laur a? Es geht b ei ihr los?“ „Ja, sieht so aus. Laura hat es sich in den Kop f g esetzt, dass eine alte Birke vo r de m zukünftigen Kinderzimmer wegmüsste. Sie h at sic h so aufge regt, dass Ma r k sicherheitshalbe r Shara und Stephan an ge rufen h at. Aber er war tr otzdem kurz davor war, alleine den B aum umzulegen. Zum Glück hat ihn zunächst Stephan und dann ein Anruf aus Little Creek davon abg ehalten. „Der spinnt wohl. Er ist doch kaum in der Lag e …“ „Eben, gen au wie Stepha n mit seinem verletzten Arm. Also bleibt es an u ns häng en.“ „Und was hat Pat damit zu tun ?“ „Mir fiel so schn ell kein andere r ein. Ic h da chte, es bleibt lieber in de r Fam ilie, wenn es bei Lau ra los geht.“ Wenigstens fragte Joss nicht nach, warum er Mark s Team als Familie bezeichnete. „Meinst du nicht, dass wir das alleine hinbekommen hätte n?“ „Du vielleicht, ich nicht.“ Dirk zög erte, ehe er si ch dazu entschloss, ehrli ch zu antworten. „Ich gebe es zwar vor Alex nicht zu, aber ich habe in den letzten Tagen genug eing esteckt. Diese Birk e ist bestimmt sechs Meter hoch. Ic h bin froh über jeden, de r uns hilft. Es reicht ja nicht, das Scheißding umzulegen, sondern es mus s zumindest noch irgend wie zerkleinert und zwischengel agert w erden .“ „Gab es keine Möglichke it, Laur a von ihrem G eda nken abzubring en?“ „Vielleicht, aber Shara meinte, dass wi r ihr n ach Möglichk eit den Gef alle n tun sollten. Ihr Blutdruck war bed rohlic h an gestieg en und hat s ich erst wiede r norm alisiert, als M ark ih r versproch en hat, dass d er Baum w egkommt.“ „Gut, dann werden wir d as Ding eben umlegen. V ielleicht hättest du Danie l anrufen sollen, der hätte das Ding in die Luft jag en können. Dirk schmunzelte bei der Vorstellung. „Interessan te Vorstellung, ab er de r ist auf den Weg nach Little Creek. „Stimmt, hatte ich völlig vergessen. Ver rätst du mir, was bei eu ch los war?“ Dirk ließ den BMW lan g sam an ein e rote Ampel heranrollen und trommel te nachd enklich mit den Fingern auf dem Lenkrad. Joss’ Tonfall war nah ezu beiläufig un d nichts verriet, dass dieser Fr age m ehr Bed e utung zukam, als ober fl ächliche Neugie r und de nnoch hatte er den Eindruck, dass sich meh r dahinter verb arg. „Für einen ausführlich en B eri cht reicht es nicht mehr, wir sind sofort d a. Es war knapp er, als wir u ns ge wünscht hab en und zeitweise habe ich ged acht …“ Dirk riss sich zusammen, als die Erinnerun g übe r ihn hineinbrach. „Wenn du willst, erzähle ich dir heute Abend eine ausführlichere Version. Aber jet zt …“ Die Ampel wurde grün, Dirk fuh r an und trat dann f luchend a uf die Bremse, als ein Be etle ihn überholte, ge fährlich s chnitt und verhinderte, dass er Abbieg en konnte. „Diesen Penner kauf ich mir“, kündigte er gri nsend an. Zum Glück herrschte w eni g Verkeh r, er kn allte das B laulicht aufs Da ch und jagte dem VW hinterher. D icht hintereinand er bogen si e in die ruhi ge Wohnstraße ein. Der B e etle ließ sich nicht im G eringst en von dem Polizeiwagen hinter ihm beeindruckenden, sond er n beschleuni gte weiter, e he er plötzlich mit quietschenden R eifen m itten auf d er Straß e zum Stehen kann, st att w ie erw artet in eine Auffahrt einzubiegen. D irk stieg voll auf die B r emse und konnte im let zten Moment einen Zusammenstoß ve rhinder n. „Was hat der Idiot denn jetzt vor?“ Dann erkannte er die Frau, die au f de m Gehweg stand und anscheinend ger ade in ihren ei gen Wag en einsteig en wollte, jetzt jedoch zunächst ungläubig, dann kop fsch üttelnd in ihre Richtung blickte. Dirk verzo g d as G esicht. „Oh Mist, das gibt Ärge r. Weni gstens hab e ic h auf die Siren e verzichtet …“ Pat war bereits aus dem Wagen g esprun gen und eilte auf N atasch a zu. Die Händ e in die Hüften gestemmt, sah die Staatsanwältin dem SEAL grimmi g entg egen. Ehe sie zu einer ga rantiert fällig en Strafp redigt ansetzen konnte, hatte Pat sie hochg ehobe n, einmal im Kreis ges chwenkt und drückte ihr einen Kuss auf die Wange. „Danke, nicht n ur für deine Hilfe sondern vor allem, dass d u sofort an meine Uns ch uld geglaubt h ast.“ Der str en ge Blick d er S taatsanwältin ve rschw an d, ihre Aug en blitzten und ein cheln spielte um ihren Mund. „Und deshalb fährst du hier wie ein Geistesk ran ker?“ Sie wirbelte herum. „Und du machst natürlich sofort mit. Du solltest es wirklich besser wissen, Dirk.“ „Ich habe nur v ersucht, e inen Verkeh rsrowdy anzuhalten.“ „Aber natürlich. Sicher. Für wie naiv hältst du mich eig entlich?“ Sie beac htete Dirk nicht weiter, sond ern wandte sich läch elnd an Pat. „I ch bin f roh, d ass ihr g e sund zurück seid. Vielleicht sollte ich sag en, mehr oder weni ge r gesund. Mark sah nicht so aus, als ob e r besonders fit wär e. Aber offensichtlich habt ihr nicht nur die Straßenver k e hrsordnun g sondern auch eur e Manier en verg essen.“ Nat ascha deut ete fragend au f Joss, der dem Gespräch r atlos ge folgt w ar. „Mich interessiert viel mehr, wer dieser rotha ari ge Kerl ist, der die Finger nicht von meiner Frau lassen kann “, mischte sich eine tiefe Stimme ein. Berni e, Nat aschas Eh emann und Richter am Landge richt Lübeck hielt ei n Geschirrh andtuch in d er Hand und wa rf Pat einen absch ätzenden Blick zu, ehe er läch elte. „Du musst Pat sein. Ich h abe von dir schon einig es gehö rt.“ „Hoffentlich nur Gutes.“ „Ich wüsste nicht, was es über dich Gutes zu beric hten gibt, Pat.“ „Halt die Klappe, Dirk.“ „Ihr seht zwar aus, als ob ihr in den Krieg ziehen wollt, aber muss der unbedingt vor meiner Haustür stattfinden?“, erkundigt e sich Ber nie unüberhörb ar ironisc h und blickte betont auf ihre T arnhosen. „Willst du nicht zurück in die Küche?“, schlu g Dirk vor. „Nicht, ehe ich erfahr en habe, was ihr j etzt schon wieder vorh abt“, kontert e der Richter. Dirk und Pat setzten nahezu gleichzeitig unschuldige Mienen au f, beide wussten nur zu gut, was zumindest Natascha von ihre r re cht ei gen willigen Rechtsau ffassun g hielt. Dirk drehte sich halb um und deutete auf die Birke, die Lauras Unwillen erweckte hatte. „Das da drüben ist unser nächster Gegner und ich kenne kein Gesetz, dass es uns verbietet, Lau ra ihr en Wunsch zu erfüllen.“ Berni e lachte leise und s ein Vergnüg en wa r ihm anzusehen. „Irrtum, Dirk . Ende Februa r endete die Frist, um Bäu me zu fällen. Das h at irg endwas mit Vo gel- od er Nestschutz zu tun. Aber frag mich nicht, wie die Verordnun g heißt.“ Ungläubig schüttelte Dirk den Kopf. „Stimmt, ich erinnere mich, so et was g elesen zu haben. Abe r ahnst du, wi e sehr mich das inte ressie rt?“ Berni e läch elte. „Ich kan n es mir vorstellen.“ „Ich mir auch. Stellst du mir deinen B egleiter noch vor? Ansonsten fahre ich jetzt nach Hamburg.“ „Beschwe r dich bei d ein em Mann, der h at mich bisher davon ab g ehalten. Natasch a, Joss Rawiz, Marks und Sha ra s Brud er.“ Dirk we chselt e zur en glisch en Spra che und w andte sich an Joss. „Natascha Berg un d ihr Mann Bernie. Fr eun de von uns und wie du gemerkt hast, kennen sie auch Mark und Pat und wissen über ihre J obs Bescheid. Natascha ist Staatsanwältin, Berni e Richter.“ Ungläubig runzelte Natascha die Stirn. „B ruder? Wo kommt der denn plö tzlich her? Und auch bei de r Army ode r so etwas?“ „Lass dich von seinen Klamotten nicht täuschen. Joss ist Anwalt.“ „Wahrscheinlich genau so ein typischer Vertrete r seines Standes, wie du als Wirtschaftsprüfer. Nat ascha schnaubte und lächelte Joss zu. „Vermutlich arbeitest du nebenbei fü r die C I A.“ Joss war der jetzt auf Englisch gef ührten Unte rha ltung aufme rksam gefol g t und grinste bei Nataschas Worten breit. „Nein, nicht CIA, fü r die DEA“, korri gierte e r läc helnd und zu Dirks Erstaunen off en. Natascha öf fnete den Mund, schloss ihn d ann w ieder und ve rabschied ete sich mit eine m Kopfschütteln. Die Hand an der Wagentür drehte sie sich noch einmal u m. I ch gebe es auf. Schönen Tag und passt auf, dass euch d er Baum n icht auf den Kop f fällt.“ „Ich verlass diesen Raum nie wieder“, verkünd e te Lau ra e rneut und rieb sich mit der Hand über den Rück en. Shara w arf erst La ura, d ann ihrer Armbanduh r ei nen ras chen Blick zu, eh e sie wied er di e Männer b eobacht ete, die gem einsam der Birk e zu Leib e ckten. Weder sie noch Alex gin g en auf Laur as Worte ein, die sie in der letzten halben Stunde bereits öfters geh ört hatten. Alex lächelte ebenfalls und stupste dann Shara an. „Ich hoffe, das Le uchten in deinen Aug en gilt deinem Brud e r. Nicht, dass du meinen Mann so bewunde rnd an starrst.“ „Nun ja, verstecken müssen sie sich alle nicht.“ Sharas Blick ruhte auf Joss . Sie konnte immer noch nicht glaube n, dass ihr B ruder und O nkel lebten. Abe r bevo r s ie wie Lau ra wu rde und dies zum hundertsten Mal wiederholte, gab sie sich einen Ruck. u nd deutete auf Pat. „Eigentlich finde ich r othaari ge Männ er nicht besonders attraktiv, ab er selbst Pat sieht ausg esproch en gut aus.“ „Stimmt, vor allem so braungebrannt. Ich bin ges pannt, wie seine Ä rztin so ist.“ „Eigentlich erstaunlich, d ass er sofort alles stehen und liegen l ässt, um Mar k zu helfen.“ Alex cheln wurde spö ttisch. „Selbst wenn sein e F reundin ni cht a rbeite n müsste, würd e er sofort alles stehen und liegen lassen, w enn D irk oder Mark ihn anruf en. Ich dacht e, so langsam h ast du g emerkt, wie die Männe r ticken.“ Diesmal fol gte Sha ras Blick Dirk, de r Joss und Pat ein Z eichen ga b und dann die Motorsä ge anschmiss. Wieder stupste Alex sie an. „Ertappt. Joss ist am anderen Ende des Seils. Das ist meiner. Selbst schuld, wenn sich deiner in sicherer Entf ern ung um die Kinde r kümmert.“ Lachend nickt e Shara. „Stimmt. Wo steckt eigentli ch Mark?“ „Ich glaube, der musste mit Jake noch was mit Little Creek klären, ansch einend reicht den I dioten in de r Navy es nicht, dass alles gut g egan g en und Daniel zu ihnen u nterwegs ist.“ „Erwähne bitte Mark nicht. Ich traue mich nie wieder, ihn anzusehen “, klang es vom Bett her. „Ich weiß nicht, was s chl immer ist. Dass Laur a all e fünf Minuten d as gleic he sagt, oder das Shara von Dirk schwä r mt“, beschwert e sich Alex. Sie warf einen unau ffällig en Blick au f Lau ra, di e sich ge dank enverlor en wied er übe r den Rücken rieb. „Welcher Abstand ?“, erkundigt e sie sich leise. „Zwanzig Minuten“, ant wortete Shar a ebenso leis e. „Gut, dann hat das Drama bald ein Ende. Sieh ma l. Ich h abe mich schon g efragt, w ann die letzten Beiden eintreffen. “ Alex deutete auf Svens BMW, der ger ade vo r de m Haus anhielt. Shara b ekam k eine Gelegenh eit, ihr Erstaunen zu äuße rn. Alex zwinkerte ihr spöttisch zu. „Hast du ernstha ft gegla ubt, Sven und Britta w ar ten zuhause? Auch wenn sie sich m anchmal streiten, dass die Fetzen fliegen, h alten sie eise rn zusammen, sobald es dar a uf ankommt.“ Lisa, Jakes Frau, betrat das Schlafzimmer. „Mark ist mit seinem Telefonat ferti g, ich habe keine Ahnung, wie ich ihn davon abbring en soll, hier aufzutauchen. Ent weder du kommst jetzt freiwillig wieder m it nach unten, Laur a, od er ich gar antier e für nic hts mehr. Nun hör endlich auf, dich hie r obe n zu verkriechen. Was ist denn schon los?“ Aufgebr acht blitzte Laur a Ihr e Schw ägerin an. „Du hast gut r eden. Du h ast dich ja auch nicht völlig cherlich ge macht. Jetzt sieh dich doch um, alle wissen g ena u, wie kindisch i ch mich aufgeführt habe. Was wollt ihr heute eigentlich alle hier? I ch …“ Mit einem dumpfen Stöhnen brach Lau ra ab und rieb sich diesmal übe r den B auch. „Niemand findet dich kindisch“, erklang Ma rks tiefe Stimme von der Tür. Lasst uns alleine.“Als niemand A nstalten machte, seine r Aufford erun g zu folg en, kniff er leicht die Aug en zusammen. „Raus hier. Jetzt. Alle“, befahl er in seinem typischen B efehlston. Hinter ihm tauchte Sven auf. „Sorry, aber wie Lisa schon sagte. Seine Geduld war erschöpft und wenn ihr meint, ihr könntet Mark von etwas abhalten, das er sich in den Kopf ges etzt hat. Bitte, macht es besser. Shara warf einen Blick a uf ihre Uhr und nickte dann. „Gut, aber sag B esc heid, wenn der Abstand bei zehn Minuten liegt. Es wird l an gsam Zeit“, sagte sie leise, fast flüsternd zu ihrem Brude r. „Das ist mir bereits kla r geword en“, antwortete Mark, dess en kühler T on im krassen Widerspruch zu seiner b esorgten Miene stand. S elten hatte Shar a ges ehe n, dass ihr Brude r seine Gefühl e so offen zeigte. Plötzlich verstand sie, warum sich alle ihre Fr eunde hie r versammelt hatten. Es gi ng ni cht nur um die Fr age, we r auf di e Kinde r v on Laur a und Mark aufpasste, wenn sie ins Krankenh aus fuh ren, so ndern es wa r so, wi e Al ex es g esagt h atte. Sobald sie das Gefühl ha tten, einer brau chte Hilfe , rückten sie en g zusammen. Während es für die Fr auen s elbstverstän dlich war, sich um Lau ra zu kümmern, war en die Männer zur Stelle, um für Mark d a zu sein, falls er sie br auch en sollte. Das Bedür fnis, Stepha n zu sehen, wurde schier übermächti g. Sie lächelte Ma rk flüchti g zu, verließ das Schlafzimmer und eilte in den Garten. Mit der Hüfte an den Holztisch gelehnt stand Jake auf der Te rrass e und beobachtet e, wie Stephan mit Jan und Tim einem Ball hinterher jagte, während Rami mit den anderen Kindern in der Sandkiste spielte „Wie geht es Mark?“ Shara schmunzelte über die Frage. „Willst du nicht wissen, wie es Lau ra g eht ?“ „Nein, das kann ich mir denken. Ic h bin neugieri g, wie der Capt ain mit dieser Er fahrun g umgeht.“ „Das wird b estimmt interessant w erden “, mischte sich Dirk ein. Er gähnte und grif f na ch der Colaflasche. Ohne jede Rücksichtsnahme se tzte er die Flasche an den Mund und trank durstig, ehe er die leere F lasche abstellte und sich stöhnend in einen der Ho lzstühle fallen ließ. „Schon fertig?“, erkundigte sich Lisa. „Den Rest überlasse ic h den Beid en dahinten. Dirk machte eine Ha ndbewegun g in Richtung Pat und Joss. „Mir reicht es für heute. Der Baum liegt, die größt e n Äste sind ab, fürs Aufräumen bin ich ni cht zuständig.“ Dirk schob die Füße w eit von sich und sah aus, als ob er jeden Moment vo m Stuhl rutschen würde, aber sein Gesich t war entspannt, als e r d ie Augen schloss und sich die Sonne au fs Gesicht scheinen ließ. Alex legte ihm eine Hand auf di e Schulter. „Schlaf jetzt lieber nicht ei n, ich denk e, wir müssen bald los.“ Ohne die Augen zu öffnen, zog Dirk Alex zu sich heran, ein Ruck und sie lag auf ihm. „Noch nicht.“ Er gähnte erneut und drückte Al ex Kopf runter , als sie Anst alten machte, sich aufzurichten. „Hier gebli eben …“ D ann senkte er seine Stimme zu einem Flüstern und Shara verstand kein Wort mehr, Alex anscheinend schon, ihre Wang en fä rbten sic h rot. „Himmel, hier sind auch Kinder. Benehmt euch. Wer hat eigentlich die ganze Cola ausg etrunken?“, beschwe rte sich Stephan. „Was glaubst du denn, wie die Kinde r entstand en sind, Stephan? Wenn du Cola haben willst, besorg Nachschub aus der Küche. Endlich ein vernünftiger Vo r schlag von dir und bring das Chili mit. Ich h abe Hun ge r.“ Stephan igno rierte Dirks Worte und ließ sich gri nsend auf einen Stuhl fal len. „Vergiss es. Ic h bin schwer v erwund et. Dein Sohn kann einen alleine schon ganz schön forde rn, abe r zusammen mit Jan kom mt man richtig ins Schwitzen.“ „Dann musst du eben mehr trainieren“, erwiderte Sven ironisch und ließ sich ebenfalls auf einen Stuhl fallen. „Und das aus deinem Mu nd“, murmelte Stephan le ise. Dirk und Jake grinsten gleichzeitig, jeder von ihn en kannte Svens ständi g e Bes chwe rden, wenn es ums gemeinsam e Trainin g gin g, obwohl er mühelos mithielt. „Und was das Ess en an g eht: Wofür haben wir de nn die F rauen?“, fuhr Sv en schmunzelnd fort. Ein he ftig er Kl aps auf den Hinterkop f ließ ihn empört herum fah re n, als er Britta sah, lächelte e r. „Hallo, Mädc hen, ich dacht e, du wärst noch oben.“ „Falsch g edacht, du Ma cho. Euch g eht’s wohl zu gut. Shara, sieh bloß zu, dass du dir Stephan gleich richtig er ziehst. Manchmal sind sie unertr äglich.“ Shara legte Stephan vo n hinten die Arme um den Hals und ließ ihren Blick über di e grinsend en Gesichter de r Männe r gleiten. Ehe i hr eine entspr echend e E rwiderun g einf iel, legten sich Stephans Hände zärtlich auf ihre. Las s es, Eng el, gegen uns al le zusammen zieht ihr sowieso den Kürzer e n. Kümmert euch liebe r um das Essen.“ Als Shara sah, wie Steph an jetzt von allen Fr auen außer Al ex, die sich immer noch an Dirk schmiegte, wütend ang ef unkelt wurde, e rwa chte ihr Beschützerinstinkt. „Lasst ihn in Ruhe, ich regele das, wenn wir alleine sind.“ Stephan zog an ihren Händen und sie neigt e ihren Kopf hinab. „Ich lass mich überr aschen, Engel“, flüsterte er ihr in s Ohr. Ein wohliger Schauer lie f über ihren Rü cken. „Du solltest lieber vor An gst zittern.“ Seine breite Brust bebte vor unterdrücktem La che n unter ihren Händen. „Tu ich, merkst du das nicht ?“ Bedauernd löste sich Sh ara von Stephan. „Sollten wir nicht na chsehen, was Mark un d Lau ra ma chen?“ „Ich da chte, es gibt keine medizinischen Bedenk en, seit dem versproch e n wurde, diesen Baum umzuhauen?“ „Nein, der Blutdruck ist seitdem wieder in Ordnu ng, ab er …“ Jake grinste erl eichtert. „Meinetweg en geh hoch und störe sie, ansonsten werd en sie sich schon melden, wenn es s oweit ist. Ich bin jed enfal ls nicht so mutig und störe Mark.“ Hilfe suchend blickte Sh ara zu Sven, der sofort d en Kopf schüttelte. „Ich häng e an meinem Leb en.“ Schulter zuckend gab sie es auf, als Stephan und D irk wortlos den Kopf s ch üttelten, ehe sie überhaupt die G elegenh e it hatte, sie zu f rag en. „Dann eb en nicht. Ehe es zu spät ist, hole ich das Essen.“ Mit Lisas und Brittas Hilfe, war en die T eller u nd Beste cke s chnell ver teilt. Der groß e Kochtopf wu rde einfa ch in die Mitte g estellt. Tr otz der scheinb ar entspa nnten Atmosphäre beim Essen, wurden immer Blicke zum Schlafzi mmerfenster im ersten Stockwerk geworfen und mehr als einmal ve rließ jemand unter eine n Vorwand die Ter rasse , blieb ang estren gt lauschend im Wohnzimmer stehen, ehe er zurü c kkehrte. Nachdem Ess en stand Pat sichtlich bedaue rnd a uf. „Schade, lan gsam m uss ich los, wenn ich Maria pünktlich abho len will. Dabei hätte ich zu gerne g ewusst, ob Ma rk noch einmal die Fassun g ve rliert.“ Er gri nste Joss frech zu, igno rierte Jakes eisi gen Blick und verabs chiedet e sich lächelnd. Während Dirk Pat zu seinem Auto begleitete, überlegt e Shara, b ei welch er Gelegenh eit ihr Brude r die Behe rrschun g verloren haben könnte. Leid er kannte sie die Männer mittlerweile zu gut und wusste, dass eine direkte Nachfrag e er fol g los bleiben würde. Es musste irgend wie mit Joss zusammenhängen, a ber das wü rde sie noch h erausfinden. Wie auf ein stummes Signal sprang en die Männer plötzlich auf und ging en ins Wohnzimmer. Sekunden später kam Mark mit L aura die Trepp e he runter . Laura stützte sich schwer auf ihren M ann. „Woher wussten sie, dass es losg eht ?“ Shara wusste nicht einmal, w em sie die Fr age stellte. Alex lächelte sie verschmitzt an. „Such es di r aus: Telepathische Fähigkeiten oder irgendein ver räteris ches Geräus ch von oben. Auch wenn sie sch ein bar entspannt und abg elenkt sind, ent geht i hnen so schnell nichts.“ Besorgt musterte Shar a Mark, trotz seiner ausdr uckslosen Miene war se ine Anspannun g unverkennba r. E r wa r bla ss und seine Kiefe rmuskeln auf fällig an gesp annt. Überr ascht sah sie, wie die Männe r ledi glic h einige Blicke austaus chten, damit schien das weitere Vorgeh en abg estimmt zu sein. Dirk dreht sich zu Shara um. „Auch wenn es w a hrscheinlich nicht notw e ndig ist, solltest du bei mir mitfahren. Ic h bin nicht ge rade ein a usgebildete r Gebu rtshelf er. De r Rest ver teilt sich irgendwie auf die Wagen.“ Joss hol te tief Luft, sofort sah Dirk ihn an. „Keine Angst, du wirst auch rechtzeitig da sein.“ Unwillkürlich verglich Shara Joss‘ offene, man chmal aufbr ausende A rt mit der kühlen Behe rrschun g von Mark. Trotzdem gab es übe rr aschende Parallelen zwischen ihnen, n eben ihren ei gentlichen Be rufe n als Anwalt und Wirtschaftsprüfe r wa ren sie b eide auf ihr e Ar t un d Weise Kämpfer. Un willkürlich musste sie an ihre leiblichen Eltern d en ken, an die sie als einzige der Gesch wister richti ge Erinn erun g en hatte. Trän en br an nten hinter ihren Augenlidern, als sie da ran dachte, was ihr Va ter beim Anblick seiner Söhne empfinden würde. Ein fester Griff an ihrem Ellbogen riss sie aus der Vergan g enheit. „Geht es?“, erkundigte sich Stephan deutlich besorgt. „Ja, entschuldige. Ic h … „Schon gut, Eng el. Ich kann mir vorstellen, das s dies alles nicht leicht für dich ist. Ich komme so schnell wie möglich nach.“ Stephan zo g sie kurz an sich. Am liebsten hätte sie sich in seine Umarmun g ge flüchtet und dort ih re ver worr enen Familienverbindun gen v ergessen. Entschied en r iss sie sich zusammen, sie hatten and ere Probleme. „Welcher Abstand?“, fra gte sie Mark. „Acht Minuten“, erwiderte ihr Bruder mit einer auffallend rauen Stimme und ohne den Blick von seiner Fr au ab zuwenden. „Gut, Dirk pack dir dein Blaulicht rauf. Au ch wenn wir es vielleicht nicht brauchen , möchte ich kein Risiko eingeh en.“ „Das Blaulicht …“, w an dte Dirk ein. „Wenn ausgerechnet du mir jetzt mit Vorschriften kommst, dann …“ Shara bra ch ab, als Dirk lächelnd den Kopf s chüttelte. „Ich wollte nur sagen, dass es bereits auf dem Dach ist. Wenn du soweit bist, können wir los.“ Stephan versuchte vergeblich, auf dem Plastikstuhl eine auch nur annähernd bequeme Position zu finden. Neidisch warf e r Dirk einen Blick zu, der auf dem Stu hl eher lag als saß, aber offensichtlich entspannt genug w ar, um kurz vorm Einschlafen zu sein. Schließlich gab er es auf, stand auf und lehnte sich wie Jake gegen di e Wand. Eig entlic h hielt er sich für einige rmaßen geduldi g, a ber die Warterei zerrt e a n seinen Nerven, zumal ihm Shar as tr auri ger Gesichtsausdruck nicht a us dem Kop f gin g. Es w underte ihn nicht, dass Mark Shar a g ebeten oder vielmeh r e rlaubt hat te, bei d er Geburt anwes end zu sein. Hinte r de r k ühlen, behe rrschte n Fassad e verb arg M ark se in erstaunliches Einfühlu ngsve rmög en, das d em s einer Schw ester in nichts nach stand. Jeder von ihnen wusste, wie sehr Shara darunte r litt, soviel vom Leb en ihrer Tochte r verp asst zu haben und Stephan waren Shar as sehnsüc htige Blicke nicht verborgen geblieben. A m Liebsten wär e er in den Kreißsaal hinein gestü rmt und wäre bei ihr ge wesen, dann w äre a uch die Versuchun g, g ering er, ihrem jün ger en Bruder den H als umzudrehen. Als Joss ihm bei seiner ruhelosen Wanderung durch den Raum beinahe auf die Füße getreten wäre, reic hte es ihm endgülti g. „Stopp, Joss. Du treibst mich in den Wahnsinn. Setz dich endlich hin und hör auf, hier herumzulau fen.“ J oss warf ihm einen gri mmigen Blick zu und m achte Anst alten, seine W anderun g wieder aufzunehmen. Stephan sprang vor, ignorierte de n Schmerz in seinem Arm und stieß den DEA-Agent en auf eine n der Stühle. „Hinsetzen, habe i ch ges agt.“ Stephan g riff ohn e hinzusehen nach einer Ze itschrift und drückte sie i hm in die Hand. „ Lies da s und beruhig di ch endlich.“ Die Anspannung in Jakes Gesicht wich einem kurzen Grinsen. „Gib ihm eine ande re Zeitsch rift, sonst dreht er noch g anz durch.“ Verständnislos musterte Stephan die Z eitschrift und lächelte dann, zugegeb en ‚Stilltipps für die werdend e Mutter’ waren bestimmt nicht die ge eign ete Lektüre f ü r den Amerikaner . Selbst Dirk schielte unter halb ges chlossenen Li dern auf die Z eitschrift und schmunzelte. „Besser e r lernt die ausw endig, als dass ich ihn niederschl age. Viel f ehlt nicht mehr.“ Joss schob den Stuhl zurück, aber Sven w ar s chn eller, e r spran g so schn e ll auf, dass s ein Plastikstuhl umkippte und mit einem lauten Knall auf dem Boden landete. Der LKA-Beamte drückte Joss beide Hän de fest au f die Schulter n. „Du solltest die Warnungen lieb er ernst nehmen. Wir alle hassen das Warten, jetzt führ dic h hier nicht so auf.“ „Es geht hier um meinen Brude r. Ich d enke, ich h a be das Recht …“ „Ich denke, du hast das Recht, den Mund zu halten. Ansonsten korrigier e ich ge rne, was Mark und Pat versäumt h aben“, w arf Jake ein. Ratlos starrte Joss den SEAL an. „Was meinst du?“ „Dich zu erschieß en“, er klärte Jake so trocken, d ass Sven und Dirk glei c hzeitig lachten. Stephan musterte Jake rasch und erkannt e beru higt das k aum wah rneh mbare cheln u m seine Mundwinkel, nu r Joss sank mit einer Misc hung aus Resi gnation un d Trotz auf s einem Stuhl zusammen. Er schmiss die Zeitsch rift auf d en Tisch zurück und v ergrub sein Gesi cht in den Händen. „Es tut mir leid, ich …“ Nahezu syn chron stöhnten Dirk und Jake auf. „Bitte nicht noch eine En tschuldigun g. Ic h kann es nicht mehr hören. Jake, spricht irg en detwas dageg en, wenn ich ihn bewusstlos schlage?“ „Ich wollte doch nur …“, versuchte Joss vergeblic h, sich Gehör zu versch af fen. „Tu es einfach, Dirk. Im mer noch bess er, als w en n ich ihn erschieß e.“ Mit einem breiten Grinsen gab Dirk seine halb lie gende Position auf u nd wandte sich lächelnd an Joss. „Nun reiß dich zusammen, Anwalt. Wenn hier jem and das Recht hat, durchzudrehen, sind wir es und nicht du, der Ma r k ge rade s eit ein paa r Tagen k ennt.“ „Das wollte ich eben selbst sagen, aber ih r habt mich nicht ausred en lassen. „Schade, so langsam nim mst du Vernunft an und bringst mich noch um mein Vergnügen. “ Jake grinste offen und starrte dann wi eder auf den Boden vor si ch. „Als ob du deine Sig dabei hättest“, murmelte Joss leise. Jakes Augenbraue hob si ch. „Sicher?“ Stephan biss sich hart auf die Unterlippe, um das aufstei gende La chen zur ückzuhalten, als Joss sich unsicher durch die Haare fuh r. Sein M itleid mit dem DEA-Ag enten hielt sich in Grenzen, na chdem e r die g anze Geschi chte e rfahr en hatte. Auß erdem k ann te er im Geg ensatz zu Joss den SEAL gut genug, um zu e rkennen , wie s ehr Jake es g en oss, Marks Brud er aufzuziehen. Dirk stand auf, re ckte sich und blickte ged anken verloren au f ein Bild de s französischen Malers Monets. „Ich hasse Krankenhäuser “, sagte er mehr zu sich selbst als zu irgendjemand bestimmtes. „Ist Tim hier gebor en wo rden?“, erkundigte sich S ven. „Ja. Ehrlich gesagt r de ich mich lieber unbe waffn et mit drei Ter rori sten gleichzeitig anlegen, als das noch einmal durchzumachen. Aber ich war damals weni gstens fit, wenn ich daran denk e, in welcher Verf assung Ma rk ist …“ Dirk rieb sich mit der Hand übers Gesicht und blickte durch die Glastür auf d en dahinter l ieg enden Ko rridor, als ob er es erzwing en wollte, dass endlich etwa s ges chah. Als sie hörten, wie in ei niger Entf ernun g eine T ür geöf fnet wurde, stieß sich Stephan vo n der Wand ab und wandte den Blick nicht mehr vom Flur ab. Mark bog um die Ecke, blass, die Haar e zerzaust. Er s ah v öllig fe rtig aus, trotzdem lächelte er. E r stieß die Tür auf und grinste breit, seine Augen wirkten goldfarben, in ihnen lag ein Glanz, den Stephan noch nie vorher ges ehen h atte. Mark nei gte d en Kop f nach hinten. „Kommt mit, ich will euch jemanden vorstellen.“ Jake war als e rster bei s einem F reund, umarmte ihn fest und flüsterte ihm etwas ins Ohr , das Stephan nicht ve rste hen konnte. Ma rk nickte stumm und sein Grinsen wurde noch breite r. Dann war Dirk an der R eihe. „Herzlichen Glückwunsch, Daddy.“ Wiede r folgte eine kurze, aber h erzliche Uma rmun g. Währ end Stephan no c h darübe r staunte, wie of f en und h erzlich die Männer mit ihren Gefühlen umging en, bewegte er sich bereits auf Mark zu, schob Sven zur Seite und schlug Ma rk fest auf die Schulter. Ih m fehlten die richti gen Worte, aber Mark verstand ihn auch so, lächelnd nickte der SEAL ihm zu, ehe er sich zu Joss umdrehte. „Na kommt. So begeistert waren sie nicht, als ich angekündigt hab e, das s der erste B esuch erschein en wird.“ „Als ob dir jemand etwas abschlagen könnte, g roß er B ruder. „Stimmt.“ Immer noch lächelnd legte Mark Joss eine Hand auf den Rück en. Sekunden später hielt Stephan Sharas Hand fest u mklammert und blickte auf das kleine, in warme H andtücher eing ewickelte Bündel. Lau r as Gesicht wirkte einf a ch nur schön und entspannt, keine Spur von Schmerzen oder de r vo rigen Anstren gun g. „Und? Wie gefällt dir Connor James ?“ Hilflos zuckte Stephan mit den Schultern. Er h atte Schwieri gkeiten, di e Vorstellun g zu verarb eiten, dass dieses friedlich schlafend e B aby vor weni gen Minuten noch nicht auf der Welt gewesen wa r. „Es sieht nett aus. Ich dachte, B ab ys wären irgend wie hässlicher. Jedenfalls direkt nach de r Geburt.“ Sven und Jake drehten sich glei chzeitig zu ihm um und sahen ihn ir onisch an. Kein Wunder, schließlich hatten sie die Erfahrun g be re its selbst gemacht. „Lass dir lieber schnell eine bessere Fo rmulierun g als ‚nett’ einfallen, son st geht entweder die stolze Mutter oder der anscheinend völlig bezauberte Onkel auf dich los .“ Dirk deutet e mit der Hand auf Joss, der den Blick nicht von dem Kind lösen konnte. M ark hatte sich neben Lau ra aufs Bett gesetzt und hielt mit der einen Ha nd seinen Sohn fest, wäh rend er d en and ere n Arm locker um Lauras S chultern gelegt hatte, di e sich eng an ihren M ann s chmiegt e. Nett war wirklich ni cht ausreich end, um den An blick zu beschreiben. Er umfasste Shara s Hand noch f ester. „Ich w ill das auch“, entfuh r es i hm. Dann wurd e ihm bewuss t, was er ges agt hatte. Er wagte es k aum zu atmen, unsicher sah er Shara an. Ih re Aug en glä nzten, strahlten förmlich. „Einverstanden.“ „Gut.“ Er vergrub s ein Ge sicht in ihren Haar en.
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Epilog

Auf den Straßen h errsc hte kaum Verk ehr und die Temper atur en wa ren trot z der späten Stunde überras chend mild, denn och bekam Dirk den Ko pf nicht frei. Er legte sic h tief in die Kurve. Als die Maschine sich w ieder au frichtete, akzeptierte e r endgültig, d ass ihm eine nächtlich e Tour mit dem Motorrad dieses Mal nicht helfen würde. Vielleicht h ätte er doch zusammen mit Joss die Flasche Single Malt leeren sollen. Er wend ete und fuhr in d ie Stadt zurück, bo g an d er K r euzung, die zu s einem Haus führ te , jedoch nicht ab, son dern legte stattdessen den n ächsten kn app en Kilometer in Höchstg eschwindi gkeit zurück, ohne auch nur einen Gedank en an das g e ltende Tempolimit zu verschwenden. Als er das Motorrad vor dem Haus abstellte, wurde er u nsicher. Es brannte kein Licht, vielleicht ha tte er sich geir rt, als er bei Mark die gleich en Gefühle erk annt zu haben glaubte, die in ih m tobten. Er ließ seinen Helm und die H andschu he auf d er Sitzbank liegen und ging um das Haus herum. Die a n der Rasenkante verte ilten Solarleuchten spendeten genug Li cht, dass er e rkennen konnt e, d ass jemand auf d er Te rra sse saß. „Ich h abe dich s chon e r wartet. Irg endwie wusste ich, dass du heute noch hier auft auchst. Hier.“ Dirk fin g die Dose Cola auf, die Mark ihm zuwar f und s etzte sich au f ein e n der Holzstühle. „Wi llst du l ieber alleine sein?“ „Nein. Im Geg enteil.“ „Wie geht es Laur a?“ „Gut, solange sie niemand das fragt sie schläft ausnahmsweise, anscheinend hat sie die letzten Nächte kaum ges chlafen. „Ich muss wohl nicht fr agen, warum du nicht schl äfst.“ Mark antwo rtete nicht, nickte nur. B eide s chwi eg en g eraume Zeit, aber sie kannt en sich gut genug, um sich desh a lb nicht unbehaglich zu fühlen. Schließlich war es Mark, der zu reden begann. „Wahrscheinlich bist mir geg enüber im Vorteil.“ „Wie meinst du das ?“ „Ich sehe dir zwar an, dass eine hart e Zeit hinter dir liegt, hab e jedo ch kei ne Ahnun g, was eig entlich passiert ist. Ab er ich wette, du h ast aus Joss Einiges her ausbeko mmen, oder?“ „Alles. Anscheinend musste er die g anze G eschi chte loswe rden, zum Glück e rst als Alex schon im Bett war. „Ich hoffe, du bist nicht wieder auf ihn los gegan g en. Das an der Gan gw ay war ja wohl kein Zuf all.“ „Nein, natürlich nicht, da gin g es um die Art und Weise, wie er sich erst Pat und dann dich ges chnappt hat. Das hi er w ar w as Ande res, e s war d eine Entsch eidung, d en Zusatzjob anzunehmen. Ich war so ga r beeindru ckt von sein em Verhalten, auch w en n ich ihm das nicht ges agt habe. Alle rdin gs macht er sich noch Vor würfe, d ass er dich auf Fashid an ges etzt hat. Und ich möchte morgen nicht mit ihm tauschen. Er wird bestimmt mörderische Kopfschmerzen h aben.“ „Ich denke, du hast ihn in Ruhe g elassen.“ „Habe ich ja auch, aber er hat die Flasche Whisky praktisch allein e g ele ert, und die war noch halbvoll Ich habe ihn gerade noch auf die Couch i m Arbeitszimmer verfrachten können.“ Dirk an gelte m it dem Fuß nach einem zweiten Stuhl, auf dem er dann sein e Füß e ablegte. „Ich ve rmute, wi r haben es hi er bequ emer .“ Mark leichte leise und griff zu seiner Cola. „Selbst schuld.“ „Und? Wie geht es dir wirklich?“ Als Mark zög er te, setzte Dirk sofort n ac h. „Es ist keine der Frau en in de r N ähe, also sei gef älligst e hrlich . Du siehst völlig ferti g a us und ich weiß ja jetzt, wie verdammt knapp es war. „Es geht schon, jed enf a lls solange ich mich nicht anstren ge. Die Kop f schmerzen sind auszuhalten.“ „Und sonst?“ Mark schwi eg so lan g e, dass Dirk ni cht mehr mit einer Antwort rech nete. Ve rdammt, musste sein Freund immer alles mit sich selb st aus machen? Mark w ar auch für ihn da ge wesen, als er ihn geb ra ucht hatte. Schließlich sprach Mark doch noch: „Die Vorst ellung, d ass Dani el fast drauf g egan ge n wäre, ist nicht besonde rs schön.“ Darum gin g es Ma rk al so. „Das war nicht deine Schuld, sondern Pech. Auch wenn es bescheue rt klingt, das is t sein Job und darin ist er gut, sog ar sehr gut. Also hör auf, dir deswegen Vorwür fe zu machen. Du h ast ohne zu zögern dein Le ben riskie rt, um ihn zu retten. Es war einfach Pec h, e in unglückliches Zusam mentreff en verschied ene r Umstände. Was hättest du noch tun sollen?“ „Es hätte nie soweit kommen dürfen. Entschieden unterb ra ch Dirk ihn, er wusste, das Mark ni emals sofo rt seinen Ir rtum einsehen rde, aber vie lleicht dachte er sp äter ü ber seine Worte na ch un d hörte au f, sich mit unge recht ferti gten Selbs tvorwürfen zu quälen. „Hör auf . Du und dein überstei gert es Verantwo rtungs b ewusstsein. Außerdem h ast du nicht aufgegeb en, obwo hl sie dich in der Mang el hatten und du ei g entlich nichts mehr tun konntest.“ „Du bist ja wirklich umfassend informiert.“ „Tja, Augenzeugenbericht sozusa gen. Mir hat vor einiger Zeit mal jemand, dessen Meinung ich sehr schätze, g esagt, dass es darau f ankommt, dass man nicht aufg egeben h at. Dann kann man mit sich selbst zufrieden sein und die Sache abh aken. Mark nickte, als Dirk die Worte wiederholte, die er ihm nach seiner eigenen Entführun g durch die Al-K aida ges agt hatte. „Siehst du. Damit bleiben nur noch zwei Fr agen o ffen.“ Nach seiner bewusst ar rog anten Feststellung h örte Dirk wieder das L achen in Marks Stimme: „Und die wären?“ Nur leider war ihm nicht nach Lachen zu Mute, den Kopf in den Nacken gelegt blickte er zu dem nachtschw arzen Himmel, auf d em die Sterne wie v erstreut e Di amanten funk elten. „Wie lange werden wir noch das Glück h aben, ihn en in letzter Minute zu entkommen?“ „Da wir die Guten sind, ist es nur fair, wenn es so bleibt.“ Dirk konnte nichts gegen die Sorge tun, die ihn fest im Griff hatte. „Ich hoffe, du hast Recht.“ Es war dies es Mal einfach zu knapp für Sven und ihn gewes en, trotzdem bemühte er sich das s chlechte Ge f ühl abzuschütteln, und sprach schn ell weite r, um Mark keine Gelegenheit zum Nachfr ag en zu g eben. „Gut, dan n die nächste Frag e: Mac hst du weiter?“ Mark antwo rtete zunäch st nicht und nei gte dan n den Kopf zur Seite. „Sicher.“ Wiede r breitete sich Schw ei gen zwischen den Männ er n aus. Schließlich zuckte Mark mit den Schultern. „Ich geb e abe r zu, es war ohne Laura und die Kinder einfach er und ich hätte ohne sie nie darüber nachg ed acht, überh aupt aufzuhören. Trotzdem ich bin und bleibe ein SEAL. Auß erdem wird die nächsten vie r bis se chs Wochen nichts pass ieren. Ve rdammt, Daniel und ich können froh sein, wenn wir in zwei Wochen wi eder mit leichtem Tr ainin g anfan gen kön nen.“ Mark r eckte sich und s etzte sich aufr echte r hin. D irk ahnte, was jetzt kommen würde. „Wie wurde Sven angeschossen? Und jetzt komm mir nicht mit dem Blödsi nn von der schief gel aufen en Festnahme. E s hätte nur noch ge fehlt, dass ihr den F rauen was von einem Unfall beim Reinigen sein er Wa ffe e rzählt hättet.“ Darübe r hatten sie soga r kurzfristig nachgeda cht Damit war das Thema SEALs dann wohl beendet. „Sie haben uns in der Kaserne e rw ischt und ihr Boss wollte einem von uns klar machen, dass sie es ernst meinen. Sie haben einfach so …“ Diesmal unterbrach Dirk sich und musste sich zusammen reißen, um die Dose nich t in der Hand zu zerque tschen. „Egal, wir haben Glück g ehabt. And i, Mike und ihr Team wa ren zur Stelle, als wir sie geb raucht h aben.“ „Und wo g enau war en Andi und Mike?“ Obwohl er Ma rks Gesichtszüg e nicht e rkennen konnte, hörte er ihm das Misstrauen an. Soviel zu seinem Versuch, das Thema herunterzuspielen. „Ein paar Meter unter un s. In d er Ostse e.“ „Willst du damit sagen, sie Sven erst eine Kugel verpasst und eu ch dann in s Wasser …?“ „Na komm, so schlimm war es nicht. Sven g eht es wiede r gut und mir f eh lt nur ein weni g Schlaf.“ „Ja sicher doch, so siehst du auch aus.“ „Na gut, vielleicht noch ein paar Aspirin die n äch sten Tage, ab er sonst …“ „Für dich gilt dasselbe wie für mich. Siehst du Alex hier irgendwo? Also sei gef älligst ehrlich. Es kostet mich nur einen Anruf bei An di oder B rownie und ic h erfa hre alles, was mich interessiert.“ Dirk wusste, wann er ve rloren hatte und nickt e langs am. „Also gut, ab er dann von vorn e …“ Mark wachte auf, als s ich leise Schritte näh er ten und jemand etwas auf dem Tisc h abstellte. Der aromatisch e Duft von frischem Kaf fee stieg in seine Nase, sofort entspannte er sich, wusste wieder, wo er war. „So einen Guten-Morg en-Gruß lass e ich mir gef allen.“ Ohne die Augen zu öffnen, streckte er die Hand aus und zog Laur a an sich. „Wie geht es euch?“ „Gut. Hör endlich auf zu fragen. Wieso habt ihr hier drauß en geschl afen? Wie geht es dir?“ „Weil im Bett kaum noc h Platz neben dir w ar. Di e Stühle sind wirklich be quem. Und w enn ich dich nicht fragen soll, hör auch au f, mich zu fr ag en. Mir geht es gut.“ Ein leichter Boxhieb traf ihn in der Seite. „Hey, w ofür wa r das?“ „Wegen der Anspielun g auf meine Br eite. Als ob du unschuldi g d aran wärst. Du siehst immer noch reichlich fert ig aus.“ „Ach was, das täuscht.“ Mark zog Laura auf seinen Schoß und stöhnt gespielt auf . „Verdammt, ich muss mehr trainieren, wenn du ni cht bald an Ge wicht verli erst.“ Während Laura diesmal auf einen Kommentar v e rzichtete und sich an ihn kuschelte, hörte Mark, wie Dirk leise ging. Weni g später wurde v or dem Haus ein Motor ra d gesta rtet. Lauras Kop f fuhr ho ch. „Ic h wollte nicht …“ „Lass ihn, ich hätte das gleich e get an, wah rschei nlich steht irg endwo vor der H austür jetzt ein leerer Ka ffe ebe cher. “ Mark beugte sich vo r un d küsste seine Fr au. Zunächst schmiegte sich Lau ra an ihn, aber d an n schob sie ihn energis ch zurück. „Ist wirklich alles klar bei dir? Ich weiß, d ass du mir Einiges v erschw ei gst. H at es dir geholf en, mit Dirk zu reden?“ Kopfschüttelnd strich er über ihr e zerzausten Loc ken. „Mach di r kein e So rg en. Ic h d enke, uns beiden hat das G espr äch heute Nacht gut get a n. Was Anderes ist viel wichtige r.“ „Und was könnte das sein ?“ „Wie lange schlafen die Kinder noch?“ „Wieso interessiert dich das?“ „Deshalb.“ Er zog sie eng an sich und ließ eine H and zärtlich über ihren R ücken gleiten. „Ziemlich unfair es Ablen kungsmanöv er, Captain.“ „Ist das eine Bes chwe rde ?“ „Nur wenn du nicht sofort weiter machst. Irg endwi e wird dein Sohn immer schwer er …“ „Oder Tochte r Mit einem leis en La chen e rfüllte er ihren Wunsch und genoss das Gefühl ihre r Näh e. Kurz kam ihm der Ged anke, dass es keine achtundv ierzig Stunden her war, wo er siche r g ewe sen war, sie nie wieder zu sehen. Als er unter seiner Hand die Bewegung seines un ge borenen Kindes spürte, presste er fest die Aug en zusammen, verdrän gt e dann jeden Gedanken an die letzte n Tage und v ergrub sei n Gesicht in ihren Haar en, wäh rend er ihr zärtlich den Rücken m assierte. Dirk ignori erte d as Klopf en. Wer auch imme r für den Lärm ve rantwo rtlich war, spielte mit seinem Leben. Er war noch lange nicht bereit, die Augen zu öffnen, gesch wei ge denn aufzustehen. Gähnend drehte er sich auf die Seite. Er war bereits fast wieder ein ges chlaf en, als jemand seine Schulter berührte und s einen N a men mit deutlichem ame rikanischem Akzent aussprach. Erschrocken fuhr er ho ch und hätte b einahe in stinktiv zugeschlag en, a ls er im letzten Moment Joss erkannte. „ Shit. Bist du verrückt, dich so anzuschleichen?“ „Anschleichen kann man das wohl kaum n enne n. Ich h abe f ast die Tür eing eschlag en, beim Versuch, dich wach zu bekommen.“ Dirk gähnte und grif f n ach seine r Armbanduh r. Kurz nach elf Uh r. „Also gut. Was ist los?“, fuhr er Joss wesentlich schärfer als be absich tigt an. „Schläfst du immer solange? Netten Job hast du, wo das geht“, gab der Amerikaner ironisch zurück. „Sehr witzig. Nachdem ich mich nächtelan g im Einsatz oder Krankenhaus herumg etriebe n habe, ist es jawohl in Or dnung, wenn i ch kürzer t rete. Oder muss ich mic h jetzt bei dir d afür rechtf ertig en?“ „Vielleicht hättest du die Nacht geste rn nicht bei Mark verb ring en sollen …“ Dirk hatte w eder Probl eme, den bitter en Unte r ton herauszuhören, no c h dessen Miene richtig zu interpretieren. Er hatte bereits vermu tet, dass Joss ein Problem mit ihm oder wahrsch einlich ehe r mit seiner Freunds chaft zu Mark hatte. „Hast du mi ch gew eckt, w eil du mit mir über deinen Bru der red en willst? Dann bist du entweder ve rdam mt mutig oder völlig geisteskr ank.“ „Ich dachte, deine Meinung steht ber eits fest ? Nein, deine Fr au ist am Tele fon und möchte unbedingt mit dir red en. Aber du hast insoweit R echt, dass es irg endwas bei Mark los ist und sie anscheinend k eine Lu st hat, mir zu verraten, w o das Problem ist.“ Dirk nahm von Joss das schnurlose Tel efon entg egen und hörte Alex zu. Es dauerte, bis er den Sinn ihrer wilden Andeutung en begriff. D an n war er hellwa ch. Verd ammt, er war doch erst vor vier Stunden dort wegg efah ren und jetzt „Nein, du musst nicht deutlicher werd en, ich habe endlich v erstand en, was los ist. Was ist mit Stephan …“ Dirk lachte b ei Alex’ An twort leise. „OK, ich zie he die Frag e zurück. We nn Shara dort ist, ist er es n atürlich au ch. I ch kümmere mich um all es.“ Dirk war f Joss einen bewusst boshaft en Blick zu. „Keine Ahnung, ob wir das KSK oder die SEALs br auche n, ich lass mir was einfallen.“ Wie beabsichti gt riss Joss den Kop f ho ch un d gab g ar nicht e rst v or, dass er nicht aufmerksam zugehört h atte. Dirk hörte noch Alex‘ Lachen, d ann trennt e er die V erbindun g un d musterte Joss nachdenklich. Wenn er daran da chte, dass Shar a mit Stephan beschäftigt war und Mark mit Laura, d ann konnte er si c h unge fähr vo rstellen, wi e verlor en Joss sich vorkam. „OK, Anwalt, hie r ist mein Vorschlag: Ich du sche und du kümmerst dich um einen vernünfti gen Kaf fee. Da nn können wir miteinan der r eden. Dirk wa rtete keine Antwort ab, sondern ging gähnend in s Badezimmer. Zufrieden blickte Dirk w enig sp äter auf d en ge füllten Kaf feeb ech er, d er auf ihn wartet e. Er nahm ihn mit in sein Arbeitszimmer, wo Joss an Dirks Notebook E-Mails beantwortete. Joss ging sofort wieder in Verteidigungsstellung. „Willst du mich jetzt erschießen, weil ich an deinen Computer geg ang en bin? Bei meinem ist der Akku lee r, der lädt ge rade. Gelassen erwid erte Dirk den wütenden Blick. „Sehe ich aus, als ob ich b ewaf fnet w är e? Als ich g esagt hab e, da ss du dir nehmen k annst, was du br auchst, hab e ich das auch s o gem eint.“ Deutliche Ve rlegenh eit zeichnete sich auf dem Gesicht des DE A-Age nten ab. „Sorry . Wahrscheinlich sollte ich eher …“ „Dich bei mir bedanken ? Gute Id ee, du schl äfst in unserem Haus, tr ägst teilweise meine Klamotten und benutzt meinen Computer. Was erwartest du eig entlich noc h? Willst du hier in Selbstmitleid baden, weil Mark sich nach der höllischen Z eit um seine Frau und seine Kinder kümmert? Und Shara heilfroh ist, dass St ephan noch lebt und sie nach seinem Undercov ereinsatz jetzt e ndlich ung ehindert zusammen sein können?“ Dir k gähnte ern eut und war zufrieden, als Joss Wangen sich deutlich rot färbten. „Bist du mit d em Notebook klar gekommen? Ich habe einige Pro gr amme drau f, für die du eine and ere Be rec htigun g brau chst.“ „Nein. Danke, es funktionierte alles. Ich kann mich übe r jeden Webbrows er bei der DE A einloggen. Joss blickte einen Augenblick auf de n Monitor, ehe s eine M undwinkel sich zu einem gezwun genen cheln verzo gen. „So, wi e du das eben d argestel lt hast, klang m ein Verhalten ziemlich kindisch. Ich h abe k eine Ahnung, was ich hier erwa rtet hab e, ab er bestimmt nicht diese undurchdrin gliche Phalanx von Freund en.“ Das klang ehrlich, aber auch frustri ert und Dirk wusste erst nicht, was er sag en sollte. I n ge wisser Weise konnte er Joss verstehen, trotzdem war da noch di ese dämliche Art, wie er den Kontakt zu Ma rk un d Pat g esucht h atte. All zu leicht wollte e r es ihm auch nicht m achen. „Kindisch passt schon. Ist ja auch nicht das e rste Mal, dass du dich so be nimmst.“ Ehe Joss erneut wütend aufbegehr en konnte, hob Dirk beschwichtig end die Hand. „Aber du bist jetzt hier und Mark hatte scho n seine Gründe, w arum e r dich mitgenommen hat. Und ich hätte dir kaum unser G ästezimmer an geboten, wenn ich di ch loswerd en wollte. De ine Rettungsaktion war nicht schlecht, anso nsten gib uns Z eit, dich kennen zu lernen. I m G eg ensatz zu Marks häufig undurchdrin glich er Miene konnte Dirk Joss seine Verleg enheit mühelos ansehen. Seufzend entschloss er sich zu einer weiteren Erklärung. „Alex hat dir deshalb nicht gesagt, was los ist, w eil sie nich t offen red en konnte. Du hättest au ch kaum verst anden, w as es mit dem Toaster auf sich h atte, den sie unbedin gt von innen putzen wollte.“ Dirk lachte zufrieden, als Joss ihn verständnislos anblickte. E r deut ete auf dess en Jeans und gri nste breit. „Ich habe oben ein pa ar T arnhos en , die sind bei unse rem b evorstehend en Einsatz besser g eei gnet, aber zieh dich warm an, ich h abe schon mit Pat g espro chen, der ist au ch dab ei.“ Joss Miene hellte sich au f, als er begrif f, dass Dir k nicht vorh atte, ihn aus zuschließen. Als er das Arbeitszimmer ver ließ, sah Dirk ihm na chd enklich hinterhe r. Obwo hl Stephan und Joss völlig unterschiedlich e Typen war en, hatte Di r k für einen ku rzen Aug enblick die gleiche Zurü ckhaltun g und Eins amkeit hinter der trotzig en F assade b ei dem DE A-Agenten erk annt, die vor gar nicht allzu lange r Zeit typisch für Ste phan war. Das passte zu dem Grund, wa rum Joss zur DEA gegangen war und seitdem pr aktisc h zwei Leb en führt e. Ged ankenverlo ren grif f Dirk zu einem Foto, das ihn und Sven schlammverschmiert mitten bei e inem gem einsamen Training zeigt. Er würde Marks Bruder weni gs tens eine Chance g eben - niederschlagen konnte er ihn immer noch. Verständnislos blickte Joss auf die Motorsäge, die Dirk im Kofferrau m seines BMW verstaute. „Ich hoffe, die brauchst du nicht für mich. Ansonsten warte bitte, bis ich meine eig ene Waff e geholt hab e. Ich glaub e, es wird Z ei t, dass du mir erklärst, w as hier los ist.“ „Eigentlich gef ällt es mi r, dich auf di e Folter zu spannen.“ Als Joss em pört Luft holte, zwinkerte er ihm zu. „Steig ein, ich erkläre dir alles unterwegs.“ Joss hatte sich kaum in den Beifah rersitz fallen l assen, als er seine Auge nbraue hochzog. „Ich warte. Nachdenklich ruhte Dir ks Blick einen Augenb lick auf Joss Gesicht. „Eben war die Ähnlichkeit mit dir und Mark unverkennb ar.“ Dirk lächelte boshaft. „Allerdings hat dein Brude r ber eits begriff en, dass ich wede r B ef ehle n och Drohun gen m ag.“ Dirk ließ sich bewusst Zeit, e rst als Joss kurz vorm Platzen zu sein schien, bekam e r Mitleid mit ihm. „Alex hatte es sich in den Kopf gesetzt, den Toaster v on innen sauber zu putzen, direkt nachd em vorher d as T elefon ausei nander genommen h atte, um die T asten zu reinigen. Vier Stunden sp äter wa r Tim auf d er Welt.“ Joss wirkte immer noch ratlos. „Was hat Alex mit …“ D ann unte rbra ch er sich und s chlug sich mit der flachen Han d vor die Stirn. „Laur a? Es geht b ei ihr los?“ „Ja, sieht so aus. Laura hat es sich in den Kop f g esetzt, dass eine alte Birke vo r de m zukünftigen Kinderzimmer wegmüsste. Sie h at sic h so aufge regt, dass Ma r k sicherheitshalbe r Shara und Stephan an ge rufen h at. Aber er war tr otzdem kurz davor war, alleine den B aum umzulegen. Zum Glück hat ihn zunächst Stephan und dann ein Anruf aus Little Creek davon abg ehalten. „Der spinnt wohl. Er ist doch kaum in der Lag e …“ „Eben, gen au wie Stepha n mit seinem verletzten Arm. Also bleibt es an u ns häng en.“ „Und was hat Pat damit zu tun ?“ „Mir fiel so schn ell kein andere r ein. Ic h da chte, es bleibt lieber in de r Fam ilie, wenn es bei Lau ra los geht.“ Wenigstens fragte Joss nicht nach, warum er Mark s Team als Familie bezeichnete. „Meinst du nicht, dass wir das alleine hinbekommen hätte n?“ „Du vielleicht, ich nicht.“ Dirk zög erte, ehe er si ch dazu entschloss, ehrli ch zu antworten. „Ich gebe es zwar vor Alex nicht zu, aber ich habe in den letzten Tagen genug eing esteckt. Diese Birk e ist bestimmt sechs Meter hoch. Ic h bin froh über jeden, de r uns hilft. Es reicht ja nicht, das Scheißding umzulegen, sondern es mus s zumindest noch irgend wie zerkleinert und zwischengel agert w erden .“ „Gab es keine Möglichke it, Laur a von ihrem G eda nken abzubring en?“ „Vielleicht, aber Shara meinte, dass wi r ihr n ach Möglichk eit den Gef alle n tun sollten. Ihr Blutdruck war bed rohlic h an gestieg en und hat s ich erst wiede r norm alisiert, als M ark ih r versproch en hat, dass d er Baum w egkommt.“ „Gut, dann werden wir d as Ding eben umlegen. V ielleicht hättest du Danie l anrufen sollen, der hätte das Ding in die Luft jag en können. Dirk schmunzelte bei der Vorstellung. „Interessan te Vorstellung, ab er de r ist auf den Weg nach Little Creek. „Stimmt, hatte ich völlig vergessen. Ver rätst du mir, was bei eu ch los war?“ Dirk ließ den BMW lan g sam an ein e rote Ampel heranrollen und trommel te nachd enklich mit den Fingern auf dem Lenkrad. Joss’ Tonfall war nah ezu beiläufig un d nichts verriet, dass dieser Fr age m ehr Bed e utung zukam, als ober fl ächliche Neugie r und de nnoch hatte er den Eindruck, dass sich meh r dahinter verb arg. „Für einen ausführlich en B eri cht reicht es nicht mehr, wir sind sofort d a. Es war knapp er, als wir u ns ge wünscht hab en und zeitweise habe ich ged acht …“ Dirk riss sich zusammen, als die Erinnerun g übe r ihn hineinbrach. „Wenn du willst, erzähle ich dir heute Abend eine ausführlichere Version. Aber jet zt …“ Die Ampel wurde grün, Dirk fuh r an und trat dann f luchend a uf die Bremse, als ein Be etle ihn überholte, ge fährlich s chnitt und verhinderte, dass er Abbieg en konnte. „Diesen Penner kauf ich mir“, kündigte er gri nsend an. Zum Glück herrschte w eni g Verkeh r, er kn allte das B laulicht aufs Da ch und jagte dem VW hinterher. D icht hintereinand er bogen si e in die ruhi ge Wohnstraße ein. Der B e etle ließ sich nicht im G eringst en von dem Polizeiwagen hinter ihm beeindruckenden, sond er n beschleuni gte weiter, e he er plötzlich mit quietschenden R eifen m itten auf d er Straß e zum Stehen kann, st att w ie erw artet in eine Auffahrt einzubiegen. D irk stieg voll auf die B r emse und konnte im let zten Moment einen Zusammenstoß ve rhinder n. „Was hat der Idiot denn jetzt vor?“ Dann erkannte er die Frau, die au f de m Gehweg stand und anscheinend ger ade in ihren ei gen Wag en einsteig en wollte, jetzt jedoch zunächst ungläubig, dann kop fsch üttelnd in ihre Richtung blickte. Dirk verzo g d as G esicht. „Oh Mist, das gibt Ärge r. Weni gstens hab e ic h auf die Siren e verzichtet …“ Pat war bereits aus dem Wagen g esprun gen und eilte auf N atasch a zu. Die Händ e in die Hüften gestemmt, sah die Staatsanwältin dem SEAL grimmi g entg egen. Ehe sie zu einer ga rantiert fällig en Strafp redigt ansetzen konnte, hatte Pat sie hochg ehobe n, einmal im Kreis ges chwenkt und drückte ihr einen Kuss auf die Wange. „Danke, nicht n ur für deine Hilfe sondern vor allem, dass d u sofort an meine Uns ch uld geglaubt h ast.“ Der str en ge Blick d er S taatsanwältin ve rschw an d, ihre Aug en blitzten und ein cheln spielte um ihren Mund. „Und deshalb fährst du hier wie ein Geistesk ran ker?“ Sie wirbelte herum. „Und du machst natürlich sofort mit. Du solltest es wirklich besser wissen, Dirk.“ „Ich habe nur v ersucht, e inen Verkeh rsrowdy anzuhalten.“ „Aber natürlich. Sicher. Für wie naiv hältst du mich eig entlich?“ Sie beac htete Dirk nicht weiter, sond ern wandte sich läch elnd an Pat. „I ch bin f roh, d ass ihr g e sund zurück seid. Vielleicht sollte ich sag en, mehr oder weni ge r gesund. Mark sah nicht so aus, als ob e r besonders fit wär e. Aber offensichtlich habt ihr nicht nur die Straßenver k e hrsordnun g sondern auch eur e Manier en verg essen.“ Nat ascha deut ete fragend au f Joss, der dem Gespräch r atlos ge folgt w ar. „Mich interessiert viel mehr, wer dieser rotha ari ge Kerl ist, der die Finger nicht von meiner Frau lassen kann “, mischte sich eine tiefe Stimme ein. Berni e, Nat aschas Eh emann und Richter am Landge richt Lübeck hielt ei n Geschirrh andtuch in d er Hand und wa rf Pat einen absch ätzenden Blick zu, ehe er läch elte. „Du musst Pat sein. Ich h abe von dir schon einig es gehö rt.“ „Hoffentlich nur Gutes.“ „Ich wüsste nicht, was es über dich Gutes zu beric hten gibt, Pat.“ „Halt die Klappe, Dirk.“ „Ihr seht zwar aus, als ob ihr in den Krieg ziehen wollt, aber muss der unbedingt vor meiner Haustür stattfinden?“, erkundigt e sich Ber nie unüberhörb ar ironisc h und blickte betont auf ihre T arnhosen. „Willst du nicht zurück in die Küche?“, schlu g Dirk vor. „Nicht, ehe ich erfahr en habe, was ihr j etzt schon wieder vorh abt“, kontert e der Richter. Dirk und Pat setzten nahezu gleichzeitig unschuldige Mienen au f, beide wussten nur zu gut, was zumindest Natascha von ihre r re cht ei gen willigen Rechtsau ffassun g hielt. Dirk drehte sich halb um und deutete auf die Birke, die Lauras Unwillen erweckte hatte. „Das da drüben ist unser nächster Gegner und ich kenne kein Gesetz, dass es uns verbietet, Lau ra ihr en Wunsch zu erfüllen.“ Berni e lachte leise und s ein Vergnüg en wa r ihm anzusehen. „Irrtum, Dirk . Ende Februa r endete die Frist, um Bäu me zu fällen. Das h at irg endwas mit Vo gel- od er Nestschutz zu tun. Aber frag mich nicht, wie die Verordnun g heißt.“ Ungläubig schüttelte Dirk den Kopf. „Stimmt, ich erinnere mich, so et was g elesen zu haben. Abe r ahnst du, wi e sehr mich das inte ressie rt?“ Berni e läch elte. „Ich kan n es mir vorstellen.“ „Ich mir auch. Stellst du mir deinen B egleiter noch vor? Ansonsten fahre ich jetzt nach Hamburg.“ „Beschwe r dich bei d ein em Mann, der h at mich bisher davon ab g ehalten. Natasch a, Joss Rawiz, Marks und Sha ra s Brud er.“ Dirk we chselt e zur en glisch en Spra che und w andte sich an Joss. „Natascha Berg un d ihr Mann Bernie. Fr eun de von uns und wie du gemerkt hast, kennen sie auch Mark und Pat und wissen über ihre J obs Bescheid. Natascha ist Staatsanwältin, Berni e Richter.“ Ungläubig runzelte Natascha die Stirn. „B ruder? Wo kommt der denn plö tzlich her? Und auch bei de r Army ode r so etwas?“ „Lass dich von seinen Klamotten nicht täuschen. Joss ist Anwalt.“ „Wahrscheinlich genau so ein typischer Vertrete r seines Standes, wie du als Wirtschaftsprüfer. Nat ascha schnaubte und lächelte Joss zu. „Vermutlich arbeitest du nebenbei fü r die C I A.“ Joss war der jetzt auf Englisch gef ührten Unte rha ltung aufme rksam gefol